Trauma und die Folgen

In der Therapie ist es wichtig, zwischen einem zeitlich begrenzten Schockerlebnis (z.B. einem Unfall oder einem Übergriff) und wiederholten oder lang andauernden Belastungen in nahen Beziehungen (z.B. familiäre Gewalt, Vernachlässigung, wiederholter sexueller Missbrauch) zu unterscheiden.

Dabei führt nicht jedes traumatische Ereignis auch bei allen Menschen zu einer Traumatisierung. Zudem können viele Menschen traumatische Erlebnisse im Laufe einiger Monate ohne therapeutische Hilfe, dafür mit ihnen nahe stehenden Menschen ausreichend verarbeiten.

Auf der anderen Seite gibt es Ereignisse, die man üblicherweise nicht als traumatisch definieren würde, wie z.B. eine schwere Geburt, ein Sturz, ein Zahnarztbesuch, Operationen oder eine Trennung. Für manche Menschen können sie dennoch traumatisch sein.

Manche dieser Ereignisse werden klar erinnert, andere bleiben diffus oder können gar nicht benannt werden, bilden sich aber im Verhalten und der Körpersprache dieser Menschen ab.

Einige der vielfältigen Symptome klingen nicht ab, oder sie treten erst Jahre später im Zusammenhang mit einem ähnlichen Erlebnis auf.

 

Dazu gehören:

  • ständiges Wiedererleben des traumatischen Erlebnisses mit belastenden Gefühlen wie Angst oder Panik, Hilflosigkeit, Aggressionen, Schuldgefühle, Trauer
  • starke Anspannungszustände mit Herzrasen, Schwitzen, Schlafstörungen, Albträumen, Schmerzen, Magen-Darmbeschwerden
  • Vermeidung der Auseinandersetzung mit den belastenden Ereignissen und ihren Folgen
  • dissoziative Zustände: das Gefühl, neben sich zu stehen, keinen Bezug zu seinem Körper zu haben oder diesen massiv abzulehnen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • selbstverletzendes Verhalten
  • Kontakt-/Beziehungsprobleme, Rückzug und Vereinsamung
  • Verlust an Lebensfreude und Lebensqualität